
Das Nokia E7 im Test
Das Nokia E7 ist das neue Business-Entertainment-Flaggschiff des finnischen Herstellers und will mit vollständiger, aufklappbarer QWERTZ-Tastatur, großem Touchscreen und hochwertiger 8-Megapixel-Kamera allen Ansprüchen gerecht werden. Wie gut das tatsächlich funkioniert und worin die Stärken und Schwächen des Geräts liegen, zeigte sich im Smartphone-Test der MobileHighlights-Redaktion.
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Beim Auspacken fallen direkt Größe und vor allem das Gewicht des Nokia E7 auf. Das Gerät selbst wirkt auf den ersten Blick etwas groß und unhandlich. Vom Gewicht her ist es deutlich schwerer als Smartphones ohne Hardware-Tastatur. Somit fällt das Tragen in einer Hemdtasche flach, in der Hose oder Jackeninnentasche stellt es trotz anfänglicher Bedenken gar kein Problem dar.
Positiv ist der beigelegte mini-HDMI-Adapter, mit dem sich etwa ein HD-TV ansteuern lässt. Negativ hingegen ist das doch recht kurz geratene USB-Kabel. Desweiteren gehören zum Lieferumfang ein separates Ladekabel, was ein Pluspunkt hätte werden können, wenn das USB-Kabel nicht so kurz ausgefallen wäre. Daran hätte Nokia vielleicht sparen und stattdessen ein längeres USB-Kabel mit einem Steckdosenadapter anbieten können. Steht also der PC unter dem Tisch wird das Kabel zu knapp und man muss auf einen USB-HUB zurückgreifen. Die beigelegten Kopfhörer mit 3,5 mm Klinkenanschluss machen, wie bei den meisten Smartphones, einen guten Eindruck. Mit im Lieferumfang befindet sich auch eine 16 GB SD-Karte.
Das Einsetzen der SIM-Karte ist beim Nokia E7 wirklich traumhaft gelöst. Das Gerät muss dazu nicht einmal geöffnet werden. An der Seite befindet sich ein kleiner Einschub, wie man ihn etwa von SD-Kartenslots bei Notebooks kennt. Dieser lässt sich einfach herausnehmen und die Karte ist ruck-zuck eingelegt. Das ist sehr praktisch, wenn man die SIM-Karte häufig wechselt.

MobileHighlights.de auf dem Nokia E7
Das Display lässt sich mit einem leichten Schub aufklappen. Zunächst fällt die einfache Konfiguration des WLAN auf, keine versteckten Optionen müssen gesucht werden, das Smartphone findet sofort alle verfügbaren Netze in der Nähe, die sich in wenigen Sekunden einrichten lassen.
Das haptische Feedback des E7 ist etwas gewöhnungsbedürftig. Beim Tippen auf dem Screen bekommt man den Eindruck, im Gerät würde etwas wackeln. Das hätte besser gelöst werden können.
Beim Scrollen auf der Benutzeroberfläche kommt es gelegentlich zum einen oder anderen Hänger, was bei einem „frischen“ und noch nicht mit Programmen überladenen Smartphone eigentlich nicht sein sollte. Gestartete Programme, wie Browser oder SMS-Dialoge, funktionieren hingegen tadellos. Dabei sind keine Einbrüche in der Leistung zu verspüren.
Sehr positiv zu bewerten ist die Möglichkeit, jederzeit auf das Handbuch zugreifen zu können, das einem in einfachen Schritten die Grundfunktionalitäten des Nokia E7 erklärt und die intuitive Bedienung weiter erleichtert, falls man doch mal etwas nicht auf Anhieb findet.
Die bedeutendste Eigenschaft des Nokia E7 ist sicher die vollständige QWERTZ-Tastatur. In SMS Dialogen und Textverarbeitung spürt man den ersten Vorteil gegenüber einem Smartphone mit Displaytastatur. Der Überblick auf dem Screen bleibt gewahrt, während man den Text tippen kann und/oder Korrekturen durchführt. Die Positionierung des aufgeklappten Displays ist gut. Beim Browsen bietet sich der Vorteil nur dann, wenn man in Foren oder Sozialen Netzwerken unterwegs ist und dort Kommentare schreibt. Das normale Surfen unterscheidet sich kaum im Vergleich zu einem Smartphone mit Touch-Tastatur.
Negativ fällt auf, dass man beim schnellen Tippen auf der QWERTZ-Tastatur häufig an den unteren Rand des aufgeklappten Screens stößt, wenn man eine Taste aus der oberen Reihe benutzen möchte.
Im Großen und Ganzen lässt es sich zufriedenstellend damit schreiben, wobei der Vorteil der physikalischen QWERTZ-Tastatur nur gering ausfällt. Desweiteren fehlt eine Hardwaretaste zum Ansteuern der Menü-Optionen beim Browsen. Dadurch muss man immer noch auf das Display zurückgreifen und kann nicht alles einfach nur per Tastatur steuern.

Das Nokia E7 verfügt über eine vollständige QWERTZ-Tastatur
Display:
Das Nokia E7 verfügt über ein kapazitives Multitouch-Display, das sich auch dementsprechend verhält. Hier gibt es nichts zu bemängeln, alles funktioniert so, wie man es erwartet. Scrollen, Zwei-Finger-Zoomen und Ziehen gehen problemlos von der Hand. Das AMOLED-Display lässt bei starker Sonneneinstrahlung noch vernünftiges Lesen zu.
Kamera:
Bilder lassen sich mit der Kamera des Nokia E7 sehr schnell schießen, die Gesichtserkennung funktioniert ebenfalls auf Anhieb. Das Smartphone-typisch Unschärfe-Problem bei starken Schwenkungen ist leider vorhanden. Die 8-Megapixel-Kamera liefert gelungene Bilder, sowohl outdoor mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen, als auch indoor, etwa im Büro. Der Blitz tut auch seinen Dienst.
HDMI:
Wie erwartet funktioniert das Anschließen eines HDMI-Gerätes ohne Schwierigkeiten. Getestet wurde auf einem Sony Bravia, der sofort mit 720p erkannt wurde. Das Menü wirkt aber schon auf einem HD-Ready-TV etwas verpixelt. Surfen über WLAN am TV geht damit ganz gut, das Adapterkabel ist jedoch etwas sperrig, also eher zum Abspielen von Medien geeignet, wobei man das E7 nicht ständig in der Hand halten muss. Sollte man es zum bequemen Surfen auf dem TV von der Couch aus benutzen wollen, ist wohl eine Funk-HDMI-Lösung mit einem etwas handlicheren Adapter angebracht.
Die zuvor mit maximaler Auflösung aufgenommen Bilder lassen sich wiederum etwas schleppend durchsuchen. Erst werden sie mit einer niedrigeren Auflösung dargestellt, bis sie dann nach ein bis zwei Sekunden scharf werden. An dem Punkt merkt man wieder, dass dem Gerät einfach die Leistung fehlt.

Großer Bildschirm, schwere Tastatur: Das Nokia E7
Wenn man viel auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken unterwegs ist oder SMS schreibt und dabei stets den gesamten Text auf dem Display sehen möchte, dann ist das Nokia E7 gut geeignet. Sucht man allerdings ein handliches, praktisches Gerät, das eine starke Performance bietet, ist man beim Nokia E7 wohl an der falschen Adresse. Android-Phones sind im Vergleich um einiges schneller.
+ HDMI-Ausgang
+ 8MP Kamera
+ Gutes lesbares Display auch bei Sonneneinstrahlung
- zu kurzes USB-Kabel
- schwache Performance
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